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F.A.Z. v. 23.2.2000

Transistoren-Schaltung aus Kunststoff

Komplementäre Schaltkreise aus organischen Transistoren / Von Rainer Scharf

Einen integrierten Schaltkreis mit Transistoren, die aus zwei verschiedenen halbleitenden Kunststoffen bestehen, haben kürzlich Forscher der Bell Laboratories in Murray Hill hergestellt. Der eine Transistortyp enthält den stickstoffhaltigen Kunststoff Hexadekafluor-Kupferphthalocyanin, in dem sich Elektronen frei bewegen können. Der andere Typ ist aus der organischen Verbindung Alpha-Sexithiophen aufgebaut. Darin fließen die positiven Ladungsträger, die so genannten Löcher. Mit den Kunststoffen können großflächige, biegsame und preiswerte elektronische Bauelemente hergestellt werden. Schaltkreise, in denen Elektronen und Löcher leitende Transistoren nebeneinander vorkommen, haben einen vergleichsweise geringen Energieverbrauch und eine lange Lebensdauer. Die jetzt entwickelten Schaltungen enthalten bis zu 864 Transistoren und können etwa eintausend logische Operationen in der Sekunde ausführen ("Nature", Bd. 403, S. 521). Die Forscher wollen künftig noch weitaus aufwendigere organische Schaltkreise herstellen. Diese sollen in der Lage sein, umfangreiche Rechenoperationen auszuführen. Sie könnten zum Beispiel in "intelligente" Chipkarten eingebaut werden oder die elektronische Steuerung von dünnen, flexiblen Bildschirmen übernehmen. 
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