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Kernmaterie mit extremer Dichte

Von Rainer Scharf

Bei Experimenten am Brookhaven National Laboratory in New York hat man Materie mit bisher unerreicht hoher Dichte erzeugt, wie jetzt auf der Konferenz "Quark Matter 2001" an der benachbarten Stony Brook University bekannt wurde. Für die Versuche haben die Forscher mit dem Relativistischen Schwerionenbeschleuniger (RHIC) ionisierte Goldatome nahezu auf Lichtgeschwindigkeit gebracht und dann frontal kollidieren lassen.  Bisher fanden etwa 200 Millionen Kollisionen von Goldatomkernen statt.  Dabei entstand Materie, die mehr als eine Billion Grad heiß und zwanzigmal so dicht wie gewöhnliche Kernmaterie war.  Solche extremen Zustände herrschten etwa eine millionstel Sekunde nach dem Urknall.  Im kommenden Frühjahr sollen Experimente bei noch höheren Kollisionsenergien stattfinden.  Die Forscher hoffen, dann eindeutige Hinweise auf die Existenz des sogenannten Quark-Gluon-Plasmas zu finden.  In diesem Materiezustand, wie er unmittelbar nach dem Urknall vorlag, sind die Kernbausteine - die Protonen und Neutronen - in ihre Bestandteile aufgelöst, in Quarks und Gluonen.  Die Untersuchung des Quark-Gluon-Plasmas soll darüber Aufschluß geben, wie die uns umgebende Materie entstanden ist. 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2001, Nr. 20 / Seite N3

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