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Datenspeicher mit Ionenstrahl gefräst

Von Rainer Scharf

Einen ungewöhnlich leistungsfähigen Magnetspeicher haben Wissenschaftler vom IBM Almaden Research Center in San Jose/Kalifornien hergestellt. Bis zu 16 Gigabyte pro Quadratzentimeter lassen sich darauf unterbringen ("Applied Physics Letters", Bd. 78, S. 990). Die Speicherdichte ist fünfmal so groß wie die Dichte der zur Zeit besten Computerfestplatten. Zur Herstellung des Speichers werden in die hauchdünne magnetische Oberfläche des späteren Mediums mit einem Ionenstrahl feine Gräben gefräst. Dadurch entsteht ein Schachbrettmuster von quadratischen Magnetinseln, die zum Teil einen Durchmesser von nur 60 Nanometern haben. Die Inseln enthalten jeweils nur eine einzelne magnetische Domäne, in der alle atomaren Elementarmagnete in dieselbe Richtung zeigen. Somit kann in jeder Domäne ein Bit gespeichert werden. Mit winzigen Magnetspulen lassen sich digitale Daten auf die Magnetinseln schreiben und wieder lesen. Die gespeicherte Information ist sogar bei Raumtemperatur stabil. Die bisherigen hergestellten Magnetspeicher messen allerdings nur einige Mikrometer und enthalten kaum mehr als ein paar tausend Magnetinseln. Zum Bau größerer Speicher, die sich dann auch wirtschaftlich nutzen lassen, muß man diese wesentlich schneller mit Ionenstrahlen strukturieren können als das bislang möglich ist. Außerdem benötigt man neuartige Schreib- und Leseköpfe, mit denen die vielen Daten gelesen und geschrieben werden können. 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2001, Nr. 50 / Seite N3

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