Aktuelles

Kleine Diamanten ohne Druck erzeugt

Von Rainer Scharf

Winzige Diamantkristalle sind von Wissenschaftlern der Universität Chicago auf chemischem Wege ohne zusätzlichen Druck hergestellt worden. Die Forscher setzten dazu Siliziumkarbid bei einer Temperatur von weniger als 1000 Grad Celsius einem Gasgemisch aus Chlor, Wasserstoff und Argon aus. Das Chlor entzog dem Siliziumkarbid das Silizium und verband sich mit ihm zu Siliziumchlorid ("Nature", Bd. 411, S. 283). Der zurückbleibende Kohlenstoff bildete eine Graphitschicht auf dem Siliziumkarbid, in die nano- bis mikrometergroße Diamantkristalle eingebettet waren. Daß es sich dabei tatsächlich um Diamanten handelte, zeigten anschließende Untersuchungen ihrer Kristallstruktur und ihrer Härte. Nach Meinung der Wissenschaftler können auf diese Weise Pulver und Beschichtung nahezu beliebiger Dicke aus Diamant hergestellt werden. Da das Verfahren unter Normaldruck bei moderaten Temperaturen abläuft, ist es zudem vergleichsweise preiswert. So könnten große Mengen diamanthaltigen Materials synthetisiert werden, zum Beispiel für Bremsbeläge. 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2001, Nr. 119 / Seite N3

>>> Zur Startseite