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Entfernungen präzise gemessen

Von Rainer Scharf

Ein neuartiges Interferometer, das Entfernungen wesentlich genauer messen kann als herkömmliche Geräte, haben Wissenschaftler der Universität Stuttgart vorgestellt. Dabei wird das rote Licht eines Helium-Neon-Lasers verwendet, das man schräg auf zwei parallele Spiegel mit variablem Abstand strahlt und das von diesen hin- und herreflektiert wird. Je nach Abstand, der etwa ein Zehntel Millimeter beträgt und in Schritten von zehn Nanometern verändert werden kann, interferieren die reflektierten Teilstrahlen in unterschiedlicher Weise. Die Intensität des austretenden Lichts schwankt periodisch, wenn der Abstand zwischen den Spiegeln stetig verändert wird. Dadurch können Entfernungen mit einer Genauigkeit von 70 Nanometern bestimmt werden ("Physical Review Letters", Bd. 87, Nr. 123901). Herkömmliche Interferometer erreichen mit rotem Laserlicht nur eine Präzision von rund 300 Nanometern, was der halben Wellenlänge des verwendeten Lichtes entspricht. Das neue Interferometer sollte noch eine größere Genauigkeit erreichen, wenn der Abstand zwischen den Spiegeln so klein ist wie die Wellenlänge des Lichts. Dann könnten Entfernungen auf ein halbes Nanometer genau ermittelt werden. Es wäre damit fünfhundertmal so präzise wie herkömmliche Interferometer. 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2001, Nr. 229 / Seite N3

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