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Nadeln als miniaturisierte Barcodes

Von Rainer Scharf

Mikroskopisch kleine Metallnadeln, die einen Barcode tragen, wie sie von Registrierkassen im Supermarkt erfaßt werden, haben Forscher der Penn State University entwickelt. Die nur etwa ein hundertster Millimeter langen Nadeln bestehen aus bis zu 13 Segmenten mit unterschiedlichem Metallgehalt, die das Licht mehr oder weniger stark reflektieren. So leuchten Segmente aus Silber unter blauem Licht hell auf, während Segmente aus Gold dunkel erscheinen. Die Forscher haben unterschiedlich codierte Metallnadeln erzeugt, indem sie lange und kurze Segmente aus fünf verschiedenen Metallen aneinanderreihten. Dazu ließen sie die Nadeln durch elektrochemische Abscheidung von Metallionen in den Poren von Aluminiumoxydfolien heranwachsen. Der winzige Barcode, der sich mit Mikroskopen lesen läßt, eröffnet viele Anwendungen. So wurden an die Metallnadeln je nach Codierung besondere Moleküle angehängt, an die sich bestimmte Biomoleküle binden konnten ("Science", Bd. 294, S. 137). Dabei ließ sich anhand des Barcodes zwischen Antikörpern unterscheiden, die von Menschen oder von Kaninchen stammten. Zusammen mit anderen biochemischen Markierungsverfahren ermöglichen es Barcodes, eine nahezu unbegrenzte Zahl verschiedener Substanzen zu markieren und zu identifizieren. 

Foto Penn State University

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2001, Nr. 231 / Seite 50

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