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Nanostrukturen nach Wunsch

Von Rainer Scharf

Ringförmige Porphyrinmoleküle ordnen sich auf einer glatten Goldoberfläche von selbst zu komplexen supramolekularen Strukturen an. Das zeigen hochauflösende Bilder, die japanische Wissenschaftler mit einem Rastertunnelmikroskop gemacht haben. Den Forschern um Takashi Yokoyama vom Nationalen Institut für Materialwissenschaften in Nagoja ist es gelungen, diese Strukturbildung in bestimmten Grenzen zu steuern. Sie haben an die Porphyrinringe verschiedene Moleküle angehängt, die beeinflussen, ob sich die Porphyrine zu Dreier- oder Vierergruppen oder aber zu Molekülketten anordnen. Diese Ketten können mehr als 100 Nanometer lang werden, wie die Forscher in der heutigen Ausgabe der Zeitschrift "Nature" (Bd. 413, S. 619) berichten. Die nanometergroßen Porphyrinringe werden in diesen Strukturen durch starke zwischenmolekulare Kräfte aneinandergebunden, die auf Wasserstoffbrückenbindungen beruhen. Die Forscher glauben, daß ein Energie- und Ladungstransport entlang der Molekülketten erfolgen kann. Durch gezielte Veränderung der Struktur der Porphyrinringe hoffen sie, Molekülaggregate mit interessanten elektronischen und optischen Eigenschaften herstellen zu können. 

Foto National Institute for Materials Science

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2001, Nr. 236 / Seite 50

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