Aktuelles

Höhere Magnetisierung durch Laserlicht

Von Rainer Scharf

Einen Magneten aus dem organischen Material Mangan-Tetracyanoethylen, dessen Magnetisierung bei Bestrahlung mit Licht deutlich zunimmt, haben amerikanische Forscher der Ohio State University entwickelt. Wird der Magnet bis unterhalb von minus 198 Grad gekühlt und einige Stunden lang mit dem blauen Licht eines Argonlasers bestrahlt, steigt die Magnetisierung auf das Eineinhalbfache. Die Wirkung bleibt auch nach Abschalten des Lasers nahezu unverändert. Sie nimmt innerhalb von 60 Stunden nur um 0,5 Prozent ab. Bestrahlt man den Magneten mit grünem Laserlicht, kehrt sich der Effekt um, und die Magnetisierung nimmt den ursprünglichen Wert recht schnell wieder an. Ein ähnliches Verhalten hatte man schon früher bei anorganischen Magneten beobachtet. Die amerikanischen Forscher vermuten, daß das blaue und grüne Licht die Kristallstruktur des organischen Materials verzerren, wodurch sich die magnetischen Eigenschaften ändern ("Physical Review Letters", Bd. 88, Nr. 057202). Den magnetooptischen Effekt könnte man zum Speichern von Informationen nutzen, wenn man gezielt kleine Bereiche des organischen Magneten mit Laserlicht zu höherer Magnetisierung anregt. 
 
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2002, Nr. 55 / Seite N1

>>> Zur Startseite