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Element Hassium chemisch eingeordnet

Von Rainer Scharf

Anhand von nur sieben Atomen ist es Wissenschaftlern der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) gelungen, die chemischen Eigenschaften des künstlichen Elements Hassium zu untersuchen und ihm einen eindeutigen Platz im Periodensystem zuzuordnen. Danach zählt das Element 108, das erstmals 1984 an der GSI erzeugt und später nach dem Bundesland Hessen benannt wurde, zur achten Hauptgruppe und ist mit den Metallen Ruthenium und Osmium chemisch verwandt. Zur Herstellung von Hassium haben die Forscher Magnesium-Ionen auf eine dünne Schicht aus Curium geschossen. Danach durchliefen die Hassiumatome zusammen mit Sauerstoff einen Reaktionsraum, in dem sich gasförmiges Hassiumtetroxyd bildete, das sich bei minus 44 Grad auf einem gekühlten Strahlungsdetektor niederschlug. Das Hassiumtetroxyd ist damit weniger flüchtig als das Osmiumtetroxyd, das sich erst bei minus 80 Grad abscheidet. Wie die Forscher in der Zeitschrift "Nature" (Bd. 418, S. 859) berichten, verriet letztlich der charakteristische radioaktive Zerfall des Elements 108, dessen Halbwertszeit nur wenige Sekunden beträgt, daß tatsächlich Hassiumtetroxyd entstanden war. 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2002, Nr. 199 / Seite N1

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