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F.A.Z. v. 6.10.1999

Isotopentrennung mit intensivem Laserlicht

Ein außergewöhnlich effizientes Verfahren zur Trennung von Isotopen haben Wissenschaftler der University of Michigan in Ann Arbor vorgestellt.  Dabei werden Proben von Isotopengemischen mit extrem kurzen und intensiven Laserlichtpulsen beschossen ("Physical Review Letters", Bd. 83, S. 2596).  Die vom Laserpuls getroffenen Atome werden dabei ionisiert und mit großer Geschwindigkeit aus der Probe herausgeschleudert.  Zur Trennung der Isotope ist ein Magnetfeld erforderlich, das bei herkömmlichen Laserverfahren außen angelegt werden muss.  Bei dem neuen Verfahren nutzt man die Tatsache, dass das Laserlicht selbst ein elektromagnetisches Feld ist.  Das intensive Licht des verwendeten Petawatt-Lasers geht mit einem starken Magnetfeld einher, das senkrecht zur Probenoberfläche steht.  Die in Richtung der Magnetfeldlinien fliegenden Ionen werden vom Magnetfeld auf schraubenförmige Bahnen gezwungen.  Dabei bewegen sich die leichteren Isotope auf engeren Bahnen als die schweren.  Dies führt zu einer Trennung der lsotope. Bisher wurden mit dem neuen Verfahren Bor- und Galliumisotope getrennt.  Die Wissenschaftler wollen mit ihrer Methode isotopenreine Halbleiterfilme herstellen sowie medizinisch genutzte Isotope anreichern. RAINER SCHARF 
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