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F.A.Z. v. 3.11.1999

Anorganischer Transistor auf Plastik gedruckt

Von Rainer Scharf

Transistoren aus anorganischem Halbleitermaterial können jetzt auch mit einem Druckverfahren produziert werden. Sie haben wesentlich günstigere elektrische Eigenschaften als Transistoren aus organischem Material, die man schon früher auf Plastikunterlagen aufgedruckt hatte. Auf Papier oder Plastik gedruckte integrierte elektronische Schaltungen wären billiger als die auf herkömmlichem Wege hergestellten und würden völlig neue Anwendungen ermöglichen. Die jüngst am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge erzeugten anorganischen Transistoren enthalten eine dünne Halbleiterschicht aus Cadmiumselenid ("Science", Bd. 286, S. 746). Für die Produktion lässt man zunächst so genannte Nanokristalle winzigste Kristallite - aus Cadmiumselenid in einer geeigneten Lösung wachsen. Die Lösung wird auf eine Unterlage geträufelt oder mit einem Strahldrucker aufgebracht. Bei Erwärmung verdampft sie und lässt eine Schicht aus einzelnen Nanokristallen zurück. Die Schmelztemperatur der winzigen Kristallite ist wesentlich niedriger als die von normalem Cadmiumselenid. Deshalb können die Nanokristalle schon bei 250 Grad Celsius zu einer polykristallinen Schicht gesintert werden, die die gewünschten elektrischen Eigenschaften hat. Nach Meinung der Wissenschaftler eignet sich ihr Druckverfahren auch für anorganische Leiter und Isolatoren sowie zahlreiche Halbleiter, darunter Silizium, Germanium und Galliumarsenid. 
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